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24. September 2008

Januar 2008: Berufsausbildung - ohne ehrenamtliche Prüfer geht es nicht

Prüfen ist Ehrensache

Eine Million Prüfungen in der Aus- und Weiterbildung sind nur durch den Einsatz hunderttausender ehrenamtlicher Prüferinnen und Prüfer zu bewältigen.

 

Der Januar wird für Frank Pohl ein anstrengender Monat: Es stehen 28 Abschlussprüfungen im Beruf Konditoreifachverkäufer/Konditoreifachverkäuferin an, die er als Mitglied des Fachprüfungsausschusses abnimmt. Prüfaufgaben sind etwa das Dekorieren von Schaufenstern und simulierte halbstündige Verkaufsgespräche mit Kunden.

 

Seit sechs Jahren ist Herr Pohl als Prüfer tätig. Er und seine Prüferkollegen führen Zwischen- und Abschlussprüfungen durch. Dies macht er für zwei Berufe: Konditor/Konditorin und Konditoreifachverkäufer/Konditoreifachverkäuferin. Dieses verantwortungsvolle Amt als Prüfer nimmt Herr Pohl, Schulleiter der Akademie der Konditoren-Innung Berlin, ehrenamtlich wahr.

Ein Gewinn für die berufliche Bildung

Damit ist er einer von vielen tausend Frauen und Männern in Deutschland, die dieses Ehrenamt ausüben. Und ihre Tätigkeit ist enorm wichtig: Rund 660.000 Abschluss- und Zwischenprüfungen in der Berufs- und Weiterbildung fallen jährlich allein in Industrie und Handel an. Ohne die rund 180.000 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer in diesem Bereich wäre dies kaum zu bewältigen. Auch das Handwerk, die Landwirtschaft, der öffentliche Dienst und die freien Berufe sind auf sie angewiesen.

 

Denn ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer bringen nicht nur eine umfangreiche Berufserfahrung mit. Was sie auszeichnet, ist vor allem ihre Sachkunde und ihr Fachwissen. Damit tragen sie zur Qualitätssicherung der beruflichen Ausbildung bei. "Durch den Kontakt mit den Prüflingen merke ich schnell, was bei der Ausbildung oder dem Prüfablauf noch verbessert werden kann", sagt Herr Pohl. Mehrmals im Jahr trifft er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Prüfungsausschuss, um Neuerungen und Änderungen zu besprechen.

 

Herrn Pohl bereitet das Ehrenamt aber wie fast allen Prüfern trotz der Verantwortung und des Zeitaufwandes große Freude. Auch schätzt er den Erfahrungsaustausch mit anderen Betrieben.

Welche Voraussetzungen müssen ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer erfüllen?

Ein Prüfausschuss besteht immer aus mindestens drei Mitgliedern: Einem Vertreter der Arbeitnehmer, einem Vertreter der Arbeitgeber und einem Lehrer. Sie sind bereit, sich zusätzlich zu ihrer beruflichen Tätigkeit mehrere Tage im Jahr für die Prüfungen zu engagieren: Zu dem Prüftag selbst kommt noch eine mehrstündige Vorbereitungs- und Nachbesprechungszeit dazu.

 

Würde der Staat dieses ehrenamtliche Engagement übernehmen, so würden Prüferkosten von über 100 Millionen Euro anfallen.

 

Voraussetzung für die Mitgliedschaft in einem Prüfungsausschuss sind Sachkunde und mehrjährige berufliche Erfahrung in dem Prüfgebiet. Ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer müssen die notwendigen theoretischen und praktischen Kenntnisse ihres Fachgebiets beherrschen. Außerdem sollten sie Einfühlungsvermögen besitzen und Freude an der Zusammenarbeit mit jungen Menschen haben. Mit wenigen Ausnahmen sind Prüferinnen und Prüfer selbst in der beruflichen Aus- und Weiterbildung tätig.

 

Im Vergleich zu 1995 ist die Zahl der ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer gestiegen. Dennoch sei es schwierig, Nachwuchs für die Prüferausschüsse zu finden, so Frank Pohl. Vor allem Arbeitgebern, etwa selbstständigen Konditoren, sei es fast unmöglich, einen ganzen Tag im eigenen Betrieb abwesend zu sein, um zu prüfen.

Wie werde ich Prüfer oder Prüferin?

Die Hürden für dieses Ehrenamt sind nicht hoch und sollten niemanden von einer Übernahme abschrecken. Ausbilder werden meistens von der für die Ausbildung zuständigen Stelle gefragt, ob sie dieses Ehrenamt übernehmen wollen. Interessenten können sich aber auch selbst an die zuständige Stelle, etwa an ihre Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer, wenden.

 

Damit ehrenamtliche Prüferinnen und Prüfer technisch und methodisch immer auf dem neuesten Stand bleiben, bieten zum Beispiel Handwerkskammern und IHKs regelmäßig kostenlose Fortbildungen an.

 

Informationen beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag

Der Zentralverband des deutschen Handwerks gibt weitere Informationen

Ein Informations- und Serviceforum für Prüferinnen und Prüfern

Magazin für Soziales, Familie und Bildung - Die Bundesregierung informiert. Nr. 059 01/2008



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