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Aktuelles von der letzten Sitzung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom 15.12.2011

1) Ingrid Sehrbrock ist neue Vorsitzende des BIBB-Hauptausschusses

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock wurde zur Vorsitzenden des BIBB-Hauptausschusses gewählt. Sie folgt turnusmäßig Dr. Bernd Baasner nach. Zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Monika Wenzel (Hessisches Wirtschaftsministerium) gewählt.

 

2) Aktuelle Ausbildungsstellensituation und neue Ausbildungsverträge 2011

Die Experten des BIBB berichteten über die aktuelle Ausbildungsplatzsituation. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung nahm hierzu aus Sicht der Bundesregierung Stellung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lage auf dem Lehrstellenmarkt trotz Verbesserungen gespalten bleibt. Insgesamt konnten zwar 570.140 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden – rund 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Und 29.600 von den Unternehmen angebotenen Ausbildungsplätzen blieben zum gesetzlichen Stichtag 30. September unbesetzt. Gleichwohl konnten aber 76.700 als ausbildungsreif eingestufte Bewerber/-innen nicht an Betriebe vermittelt werden. Unterm Strich ist damit im vergangenen Jahr nur ein Ausbildungsstellenzuwachs von 1,8 Prozent oder 10.000 Plätzen herausgekommen. Aus Sicht der Arbeitnehmerbeauftragten im BIBB-Hauptausschuss ein enttäuschendes Ergebnis. Insbesondere, da es trotz doppelten Abiturjahrgängen in einigen Bundesländern und der Aussetzung der Wehrpflicht nicht gelungen ist, die Grenze von 600.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu überschreiten um so zur Fachkräftesicherung beizutragen.

BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September

Übersicht: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge nach Berufsbereichen und Geschlecht

 

3) Expertise des BIBB zu dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen

In einem Zwischenbericht liefert das BIBB neue Argumente zur Debatte um dreieinhalbjährige Ausbildungsberufe. Der Bericht wird ergänzt durch den BIBB-Expertenmonitor, für den ausgewiesene Berufsbildungsexpertinnen/-experten zur Dauer von Ausbildungsberufen befragt worden sind. 70 Prozent der Befragten sprachen sich für eine dreieinhalbjährige Ausbildungsdauer aus und bewerteten diese als ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Derzeit wird in 54 Berufen für rund 400.000 Azubis insbesondere im gewerblich-technischen Bereich eine dreieinhalbjährige Ausbildung angeboten. Trotz des eindeutigen Votums sieht sich das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) jedoch nicht veranlasst, neue Berufe mit einer Ausbildungszeit von dreieinhalb Jahren ohne Befristung zuzulassen.

BIBB – Zwischenbericht zur Analyse der 3 ½ jährigen Ausbildungsberufe

 

4) Jährliches Forschungsprogramm 2012

Das jährliche Forschungsprogramm des BIBB wurde ohne Zustimmung der Beauftragten der Arbeitnehmer beschlossen. Der DGB kritisiert, dass das Programm, ausgestattet mit lediglich zwei Forschungsprojekten, einem ausgewiesenen Forschungsprogramm des BIBB nicht gerecht wird. Ein drittes Projekt über „Bildungsbereichsübergreifende Qualifikationsansätze (BIQUA) im Kontext von Kompetenz- und Lernergebnisorientierung“ befindet sich derzeit in der Überarbeitung und soll den verantwortlichen Gremien im Anschluss zur Beschlussfassung vorgelegt werden. 

Jährliches Forschungsprogramm des Bundesinstituts für Berufsbildung 2012



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